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"Erfolgreiche Familienunternehmen machen es anders"

Familienunternehmen gelten als Wirtschaftsmotor, sind doch knapp mehr als die Hälfte der Unternehmen in Österreich in Familienbesitz. Warum einige letztlich erfolgreicher agieren als andere haben das Bankhaus Spängler und Joshua Consulting in der Studie „Erfolgreiche Familienunternehmen machen es anders“ untersucht. Am 10. Oktober 2018 fand eine Pressekonferenz im Café Landtmann in Wien statt, in der die Studienergebnisse vom Bankhaus Spängler und von Joshua Consulting vorgestellt wurden.

HB Studie Familienunternehmen Pressekonferenz

In der Studie „Erfolgreiche Familienunternehmen machen es anders“ haben das Bankkhaus Spängler und Joshua Consulting Familienunternehmen unter die Lupe genommen. „Uns war wichtig, dass wir große, erfolgreiche Unternehmen in der Studie haben, die bereits über mehrere Generationen bestehen. So konnten wir Unterschiede herleiten und die Erfahrungen aus unserer Beratungspraxis statistisch nachweisen“, betont Barbara Joshua, Geschäftsführerin von Joshua Consulting. Die Studie hat gezeigt: Unabhängig von Führungsmodell oder Unternehmensgröße ist es wirtschaftlich sinnvoll, folgende drei Instrumente umfassend schriftlich festzulegen und gemeinsam einzusetzen: für die Eigentümersphäre einen Familienkodex, zur Sicherung des Unternehmens die Nachfolgeplanung und für die Unternehmenssphäre die Strategische Planung. Damit bestätigt die Studie Erfahrungen aus der Beratungspraxis.  

Familienkodex sichert Werte und Teilhabe  

51 Prozent der befragten Unternehmen sind eigentümergeführt, 47 Prozent haben eine gemischte und 5 Prozent eine reine Fremdgeschäftsführung. Etwa 40 Prozent der Unternehmen in der Studie verfügen über einen Familienrat und oder einen Familienkodex.

 Studie Pressekonferenz Zenz

„Wir haben angenommen, dass vor allem erfolgreiche Unternehmen ihre Werte und den Familieneinfluss in einem Familienkodex festgeschrieben haben. Das hat sich bestätigt. Wir beobachten auch, dass immer mehr Unternehmen vor allem mit gemischter oder Fremdgeschäftsführung einen Familienkodex erarbeiten“, sagt Werner G. Zenz, Sprecher des Vorstandes des Bankhaus Spängler. 
Die Studie hat auch zwei markante Tendenzen beim Familienkodex zutage geführt: Familienunternehmen mit Fremdgeschäftsführung haben weit seltener Notfallpläne (40 vs. 80 Prozent), in dieser Konstellation wird auch der Kommunikation in der Familie deutlich mehr Wichtigkeit beigemessen als bei rein eigentümergeführten Unternehmen (40 vs. 73 Prozent).  

Fachkräftemangel und Personalentwicklung als Herausforderungen  

Für Familienunternehmen ist der Fachkräftemangel das größere Problem als die Konkurrenz oder auch die Digitalisierung. Die Hälfte der befragten 59 Unternehmen gab an, dass Fachkräftemangel und Personalentwicklung zu den größten Herausforderungen gehört. Mehr als die Hälfte hat jetzt schon zu wenig Fachkräfte im Haus, drei von vier Unternehmen halten es für eher oder sehr schwierig, die geeigneten Leute zu finden. Mittelgroße Unternehmen tun sich dabei besonders schwer.

Nachfolgeplanung braucht Zeit  

Sind die Kriterien und der Prozess einer Nachfolge in einem Familienkodex geregelt, wird dieser meist positiver erlebt. Doch das alleine reicht nicht: „Aus unserer Beratungstätigkeit heraus wissen wir, dass die Führungs- und Beteiligungsnachfolge ein grundlegender Eckpfeiler ist, um ein Familienunternehmen über die Jahre hinweg erfolgreich zu führen,“ betont Zenz, der selbst aus einem derartigen Prozess heraus bestellt wurde. 68 Prozent der Studienteilnehmer übergeben ihr Unternehmen innerhalb der nächsten zehn Jahre an einen Nachfolger, wobei drei Viertel davon bereits einen in Aussicht haben. Das mag am ersten Blick positiv erscheinen; doch viele unterschätzen die Dauer und den Kommunikationsaufwand einer Übergabe.  

Chart Unternehmensnachfolge Studie

Management-Werkzeug "Strategische Planung" sichert Ausrichtung des Unternehmens  

Nicht nur der Familienkodex und die Nachfolgeplanung beeinflussen die wirtschaftliche Entwicklung von Familienunternehmen, sondern auch die Strategische Planung. Die meisten familiengeführten Unternehmen weisen Strategische Planungen auf, bei den erfolgreichen bis sehr erfolgreichen sind es sogar fast 90 Prozent. Den Unterschied machen Inhalte und Umsetzung: Wer auch Elemente wie Führungsgrundsätze und Mitarbeiterleitbild festschreibt, schneidet besser ab. Das bestätigt Theresa Ludwiger-List, die das Familienunternehmen List General Contractor in dritter Generation gemeinsam mit einem familienfremden Geschäftsführer leitet: „Wir haben die Inhalte unserer strategischen Planung klar definiert. Unsere darauffolgende intensive Arbeit an unseren Leitbildern, Grundsätzen und Kompetenzmodellen war ein essenzieller Schritt und unterstützt uns enorm bei der Verfolgung unserer Ziele.“  Zudem zeigt sich laut Joshua: „Werden die Geschäftsführer und Führungskräfte anhand der Strategischen Ziele beurteilt, performt das Unternehmen wesentlich erfolgreicher.“  

FTklM0Tg jpegBarbara Joshua (Joshua Consulting), Dr. Werner Zenz (Bankhaus Spängler) und Theresa Ludwiger-List (List GC) haben drei wesentliche Erfolgsfaktoren für Familienunternehmen in einer Studie eruiert.