Das Börsenjahr 2026 hatte eigentlich sehr erfreulich gestartet. Seit März stehen die Kapitalmärkte nun aber ganz im Zeichen des Iran Kriegs. Die Stimmung unter den Marktteilnehmer:innen kippte und Inflations- und Konjunktursorgen führten zu Kursrückgängen in allen Anlage-Klassen. Wie es mit der Konjunktur und den Kapitalmärkten in den kommenden Monaten weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, wie lange der Krieg im Nahen Osten noch andauert und wie schnell sich die Lage im Anschluss wieder normalisiert.

Geopolitik

Öl und Gas im Fokus

Die stärksten Auswirkungen hat der Iran-Krieg immer noch auf die Energiepreise. Dabei stehen Rohöl und Erdgas im Mittelpunkt des Interesses. Aber auch Ölprodukte wie Diesel, Benzin oder Kerosin haben sich in den letzten Wochen deutlich verteuert. Der Preis für Brent-Öl, die für die internationalen Märkte wichtigste Ölsorte, ist schon vor Kriegsausbruch gestiegen und hat mit Kriegsbeginn einen Sprung nach oben gemacht.

Rasanter Anstieg von Öl und Gas seit Kriegsbeginn — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet

Allein im März ist Brent-Öl um über 60 % gestiegen, der stärkste Monatsanstieg seit fast 40 Jahren, und hat mit knapp 120 USD je Barrel den höchsten Stand seit Mitte 2022 erreicht. Im Falle von Erdgas fiel der Preisanstieg sogar noch stärker aus. Mit über 70 EUR je MWh wurde zeitweise ein 3-Jahreshoch markiert. In beiden Fällen sind die Sorgen vor länger anhaltenden Angebotsausfällen für die Preisanstiege verantwortlich. Denn zum einen sind in der Golf-Region im Zuge der Kriegshandlungen viele Energieanlagen beschädigt worden. Zum anderen fahren seit Wochen kaum noch Schiffe durch die Straße von Hormus, da sie durch iranische Angriffe bedroht sind. Durch die Meerenge wird aber fast das gesamte Öl und Gas transportiert, das in der Golf-Region gefördert wird. Eine längere Blockade der Straße von Hormus hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in den Abnehmerländern – hauptsächlich in Asien, aber auch in Europa. Dass es mit den Preisen auch schnell wieder nach unten gehen kann, hat die Verkündung des Waffenstillstands gezeigt. Allerdings muss sich erst noch herausstellen, ob dieser auch nachhaltig ist und zu Frieden in der Region führt. Die Ölpreise liegen nach wie vor deutlich über den Niveaus von vor Kriegsbeginn. 

Die stark gestiegenen Energiepreise haben wieder zu aufkeimenden Inflationssorgen geführt. 

Inflation

Höhere Preise erwartet

Der Iran-Krieg und die im Zuge dessen deutlich höheren Energiepreise haben zu steigenden Inflationserwartungen geführt.

Kurzfristige Inflationserwartungen stark gestiegen — Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 31.3.2026 | Quelle: FactSet

Lag die erwartete Inflationsrate auf Sicht von einem Jahr in der Eurozone – dies ist die blaue Linie – vor dem Krieg noch unter 2 %, ist sie seit Kriegsbeginn sprunghaft angestiegen. Mittlerweile wird die Teuerungsrate in 12 Monaten bei deutlich über 3 % gesehen. Dies liegt unter anderem daran, dass die Eurozone stark von Energieimporten abhängig ist. Auch steigen gerade die Produktionskosten der Unternehmen, die diese in Form von höheren Preisen an ihre Kund:innen weitergeben werden. Und insbesondere auch die Nahrungsmittelpreise dürften in den kommenden Monaten steigen, da zum Beispiel auch Düngemittel deutlich teurer geworden sind. 

Auch in den USA ist ein Anstieg der kurzfristigen Inflationserwartungen – dies ist die rote Linie – zu beobachten. Die USA sind zwar ein Netto-Exporteur von Öl und Gas und daher weniger von den Preisanstiegen an den internationalen Märkten betroffen. Aber da die USA jetzt ihre Energieträger teurer ins Ausland verkaufen können, steigen auch die lokalen Preise, was unter anderem an den Tankstellen in den USA zu beobachten ist. 

Auf die längerfristigen Inflationserwartungen hatte der Iran-Krieg bislang keine großen Auswirkungen. Die aktuell höhere Inflation wird also – zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt – noch nicht als nachhaltig erachtet. 

Die Bekämpfung der Inflation ist eine wesentliche Aufgabe der Zentralbanken. Wie haben diese auf die wachsenden Inflationssorgen reagiert? 

Geldpolitik

Veränderte Zinserwartungen

Die letzten Sitzungen der EZB und Fed fanden Mitte März knapp drei Wochen nach Kriegsbeginn statt. Zu diesem Zeitpunkt war es für die Zentralbanken noch zu früh, schon konkrete Maßnahmen zu beschließen. Vor allem die EZB hat aber betont, die Lage genau zu beobachten und bei Bedarf zu handeln. In der Vergangenheit wurde der EZB oftmals vorgeworfen, mit geldpolitischen Maßnahmen zu lange gezögert zu haben.

Von der EZB werden heuer aktuell zwei Zinserhöhungen erwartet — Erwartete Zinsveränderungen der Marktteilnehmer:innen- Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 1.4.2026 | Quelle: FactSet

Während zu Jahresbeginn von der EZB keine Zinsveränderungen erwartet wurden, hat sich die Lage seit Anfang März komplett gewandelt. Die Marktteilnehmer:innen gehen nun davon aus, dass die EZB die Zinsen heuer mehrmals erhöht, um die steigende Inflation einzudämmen. Zu Monatsbeginn waren zwei Zinsschritte zu je 25 Basispunkten voll eingepreist, der erste im Juni. Der Einlagesatz, der aktuell bei 2 % liegt, würde dann also auf 2,5 % steigen. Die EZB wird in ihrer Entscheidungsfindung allerdings auch berücksichtigen, dass Zinserhöhungen konjunkturelle Risiken mit sich bringen und viele Euro-Länder hoch verschuldet sind. Blicken wir damit auf die andere Seite des Atlantiks zur US-Notenbank Fed.

Die Fed steht weiter unter großem politischem Druck, die Zinsen zu senken. Bislang hat sie sich erfolgreich dagegen gewehrt und mit Verweis auf den schwächeren Arbeitsmarkt die Zinsen in den letzten Monaten nicht reduziert.

Von der Fed werden heuer aktuell keine Zinssenkungen mehr erwartet. — Erwartete Zinsveränderungen der Marktteilnehmer:innen- Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 1.4.2026 | Quelle: FactSet

Zu Jahresbeginn hatten die Marktteilnehmer:innen von der Fed heuer zwei Zinssenkungen erwartet – was die blaue Linie zeigt. Mit den gestiegenen Inflationserwartungen in den USA hat sich aber auch dort die Einschätzung in den letzten Wochen spürbar verändert. Zu Monatsbeginn gingen die Marktteilnehmer:innen davon aus, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende unverändert beibehält - was die seitwärts verlaufende rote Linie zeigt.  

Allerdings haben die Zinserwartungen an die Fed und auch die EZB zuletzt stark geschwankt. Nach einem Ende des Iran-Krieges und einer Normalisierung der Lage könnten also durchaus wieder Zinssenkungen in den USA eingepreist werden, zumal die Fed im Mai einen neuen Chef bekommt, der Trump gegenüber loyal sein sollte. Fest steht aber schon jetzt, dass die Politisierungsdebatte rund um die amerikanische Notenbank in den kommenden Monaten wieder neue Nahrung erhalten wird. 

Der Iran Krieg hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Inflation. Er beeinflusst auch die globalen Konjunkturerwartungen maßgeblich. Was ist hier zu erwarten?  

Konjunktur

Konjunktur verliert an Dynamik

Da sich der Iran-Krieg bislang kaum in den harten Konjunkturdaten niedergeschlagen hat, da diese eine gewisse Nachlaufzeit haben, muss man auf Stimmungsindikatoren schauen, um Auswirkungen erkennen zu können. 

Die wirtschaftliche Lage wird schlechter eingeschätzt — Sentix-Konjunkturindizes (Umfrage unter privaten und institutionellen Anleger:innen) - Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 1.4.2026 | Quelle: FactSet

Wir haben uns diesmal für den Sentix-Konjunkturindex entschieden, einem konjunkturellen Frühindikator. Er wird zu Monatsbeginn innerhalb von zwei Tagen unter mehr als 5.500 privaten und institutionellen Anleger:innen erhoben. Für die Eurozone ist der Index schon im März in den negativen Bereich abgerutscht und hat damit den jüngsten Aufschwung in Frage gestellt. Im April ist der Index nun wenig überraschend noch weiter gefallen. Die Umfrageteilnehmer:innen erwarten in der Eurozone sogar eine Rezession. Auch der Index für die USA ist mittlerweile rückläufig. Er wird wegen der schwächeren globalen Nachfrage nach unten gezogen. Für die USA wird jetzt eine Stagnation erwartet. 

Ein Indikator für eine zukünftig schwächere Konjunktur sind unter anderem die Flugkosten. Die Blockade der Straße von Hormus hat zu einem heftigen Anstieg der Ölpreise geführt.

Steigende Ölpreise verteuern Urlaubsreisen — Kerosin (Nordwest-Europa) in USD je Tonne - Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 31.3.2026 | Quelle: FactSet

Die Preise für Flugbenzin sind sogar auf ein Rekordniveau gestiegen und haben sich mehr als verdoppelt. Dies liegt daran, dass der Nahe Osten nicht nur eine Erdöl-Förderregion ist, sondern auch als Raffineriezentrum für den Weltmarkt von großer Bedeutung ist. Ölprodukte wie Kerosin müssen daher ebenfalls durch die Straße von Hormus verschifft werden. 

Die hohen Kerosinpreise schlagen in der Folge auch auf die Preise von Flugtickets durch, was Flugreisen generell verteuert. Berücksichtigt man zusätzlich, dass der Nahe Osten aktuell als Urlaubsdestination sowie als Drehkreuz für viele internationale Flüge ausfällt, ist mit einer starken Verschiebung von Touristenströmen zu rechnen. Europäische Destinationen, wie Griechenland, Italien oder Spanien, profitieren konjunkturell von dieser Situation.  Fernreisedestinationen, wie Thailand oder die Malediven, werden allerdings unter den höheren Flugpreisen leiden. Gleichzeitig ist aber auch zu erwarten, dass Regionen wie Wien und Salzburg Einbußen aufgrund weniger Touristen aus Asien und dem Nahen Osten verzeichnen werden. 

Aber nun vom Tourismus zurück zu den Kapitalmärkten. 

Kapitalmärkte

Steigende Anleiherenditen

Die Kapitalmärkte wurden in den letzten Wochen stark von Meldungen über den Krieg im Nahen Osten getrieben. Wegen des Fokus auf die Inflationsentwicklung haben die Anleihemärkte stärker ausgeschlagen als die Aktienmärkte. Unter dem Strich dominierten Sorgen, dass der Iran-Krieg länger andauert – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Inflation und Konjunktur.

Deutliche Renditeanstiege seit Jahresbeginn — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 31.3.2026 | Quelle: FactSet

Die Anleiherenditen sind auf beiden Seiten des Atlantiks gestiegen, was die Anleihekurse belastet hat. In Deutschland, stellvertretend für die Eurozone, war der Renditeanstieg am kurzen Ende deutlich größer als am langen, da für die EZB Zinserhöhungserwartungen eingepreist wurden. Die Rendite zweijähriger deutscher Bundesanleihen liegt aktuell über 2,6 %, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei rund 3 %. Zwischenzeitlich war letztere sogar auf den höchsten Stand seit der Euro-Krise 2011 gestiegen. In den USA war der Renditeanstieg ähnlich stark ausgeprägt, da für die Fed Zinssenkungserwartungen ausgepreist wurden. Seit Jahresbeginn hat sich die Zinskurve deutlich nach oben bewegt. 

Wie haben riskantere Anleihen reagiert? Unternehmens-, High Yield- und Schwellenländeranleihen waren ebenfalls von den Renditeanstiegen betroffen. Dabei sind die Risikoaufschläge von zum Beispiel High Yield-Anleihen zu Staatsanleihen in den vergangenen Wochen merklich gestiegen. Allerdings muss man dazu sagen, dass der Anstieg schon kurz nach Jahresbeginn eingesetzt hatte und somit nicht nur auf den Iran Krieg zurückzuführen ist. 

Risikoaufschläge bei Anleihen sind moderat gestiegen — Spread High Yield-Anleihen zu Staatsanleihen in Basispunkten - Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 31.3.2026 | Quelle: FactSet

Die sogenannten Spreads haben sich sowohl in der Eurozone als auch in den USA ausgeweitet, was auch als negatives Konjunktursignal interpretiert werden kann. Aber die Risikoaufschläge haben noch lange nicht das Ausmaß des Liberation Day im letzten Jahr erreicht, als US-Präsident Trump die Zölle auf Güter anderer Nationen verkündete. Auch liegen die Risikoaufschläge noch deutlich unter den Niveaus nach Beginn des Ukraine-Krieges. Panik ist in diesem Marktsegment also nicht auszumachen. 

Wechseln wir nun von den Anleihen zu den Aktien. 

Verluste bei Aktien

Viele Aktienmärkte sind positiv in das Jahr gestartet und haben in den ersten beiden Monaten teilweise deutlich zugelegt.

Vorübergehend Verluste an den Aktienmärkten — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet | Alle Angaben in Euro.

Allen voran Emerging Markets waren stark gestiegen, da viele Anleger:innen Alternativen zu US-Dollar-Vermögenswerten gesucht hatten. Zudem hatte die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz den Emerging Markets Auftrieb gegeben, da sie entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette zentral positioniert sind. Der schwächere US-Dollar hat ebenfalls Rückenwind gegeben. Europäische Aktien profitierten von der günstigeren Bewertung im Vergleich zu US-Aktien und ebenso von der Diversifizierung weg von Dollar-Vermögenswerten. Mit Beginn des Iran-Krieges hat sich das Bild jedoch komplett gewandelt. Emerging Markets-Aktien haben im März in Euro gerechnet rund 11 % verloren. Auch europäische Aktien standen mit einem Minus von 8 % stärker unter Druck. US-Aktien haben sich dagegen besser gehalten und im letzten Monat nur leicht nachgegeben. Denn die USA sind von der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise weit weniger betroffen als Emerging Markets und europäische Länder. Zudem war der US-Dollar als sicherer Hafen wieder gesucht, was die Verluste der US-Aktien aus Sicht eines Euro-Investors eingedämmt hat. Anfang April ging es im Zuge der Verkündung des Waffenstillstands mit den Kursen wieder schnell nach oben. Sie haben innerhalb kürzester Zeit einen Großteil ihrer Verluste aus dem März aufgeholt. Die Entwicklung zeigt, dass die Anleger:innen in den letzten Wochen nicht in Panik verfallen sind und Aktien im großen Stil verkauft haben. Und auf positive Nachrichten reagieren sie entsprechend mit Käufen. 

Die Kursrückgänge an den Aktienmärkten waren breit angelegt und haben nahezu alle Indizes rund um den Globus betroffen. Viele Indizes notierten per Ende März eher am unteren Ende ihrer 6-monatigen Handelsspanne. Das heißt, sie haben sich von ihren zuvor erreichten Höchstständen spürbar entfernt. In Europa fällt auf, dass sich der britische Aktienindex FTSE etwas besser gehalten hat als die kontinentaleuropäischen Indizes. In den USA sind die wichtigsten Indizes weitgehend im Gleichklang gefallen und in Asien war der technologielastige Hang Seng-Index stärker betroffen als zum Beispiel der japanische Nikkei-Index. 

Werfen wir nach den Indizes nun einen Blick auf die Entwicklungen in unterschiedlichen Branchen. 

Favoritenwechsel bei den Branchen

Zur Bewertung der Branchenentwicklung schauen wir diesmal in die USA. Dort hat es im Verlauf des ersten Quartals größere Verschiebungen gegeben, wobei die stärksten Ausschläge im März zu beobachten waren.

Die vormaligen Verlierer sind aktuell die Gewinner — Branchenentwicklung in den USA seit Jahresbeginn - Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet | Alle Angaben in Euro.

Die gestiegenen Energiepreise haben dazu geführt, dass sich Öl- und Gasproduzenten an die Spitze gesetzt haben. Per Anfang April weist der Energie-Sektor in den USA ein Plus von fast 30 % auf. Zuvor waren Energieaktien kaum gefragt, da der Ölpreis auf relativ niedrigem Niveau notierte. Dies hat sich bekannterweise mit Beginn des Iran-Krieges geändert. Mit deutlichem Abstand folgen Rohstoff-Werte und Industrie-Unternehmen. Rohstoff- und Industrie-Aktien mussten allerdings im März Rückschläge hinnehmen und profitieren noch von einem guten Jahresauftakt. Die größten Verlierer in den USA sind in dieser Darstellung die Sektoren IT, Finanzwerte und Konsumgüter. Sie standen das gesamte erste Quartal unter Druck. 

Auf die Technologie-Werte lohnt ein zweiter Blick. 

Nicht alle profitieren von KI

Angesichts des Iran-Krieges ist das Thema Künstliche Intelligenz – das bis zuletzt das zentrale Thema der Kapitalmärkte war – etwas in den Hintergrund gerückt. An den Märkten wird KI mittlerweile differenzierter betrachtet und als Fluch und Segen zugleich angesehen.

Branchenentwicklung in den USA seit Jahresbeginn — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet | Alle Angaben in Euro

Auf der einen Seite entstehen durch KI neue Geschäftsbereiche bzw. Unternehmen und es wird erwartet, dass KI zu Produktivitätssteigerungen führen wird.  

Auf der anderen Seite werden durch KI altbewährte Geschäftsmodelle in Frage gestellt. Die Marktteilnehmer:innen haben zuletzt ihren Fokus verstärkt darauf gerichtet, welche Unternehmen besonders gefährdet durch KI-bedingte Veränderungen sein könnten. Dabei stand der Softwarebereich im Mittelpunkt. Denn neue KI-Anwendungen können zunehmend softwarebezogene Aufgaben automatisieren, wodurch den Softwareanbietern Wettbewerbsnachteile entstehen. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Monaten vor allem Aktien von Software-Unternehmen verkauft, während Halbleiter- und Hardware-Produzenten zulegen konnten.  

Aber nicht nur bei den Aktien ist viel passiert. Spürbare Bewegungen gab es heuer auch beim US-Dollar. 

Hin und Her beim Dollar

Der Dollar hat sich lange Zeit in einer Handelsspanne zwischen 1,15 und 1,20 bewegt. Im Jänner war er kurzzeitig erstmals seit Mitte 2021 aus dieser nach oben ausgebrochen. Wegen der erratischen US-Zoll- und Außenpolitik wurde der Status des Dollars als Weltleitwährung in Frage gestellt. Zudem attackierte US-Präsident Trump vielfach die US-Notenbank Fed und forderte von ihr deutlich niedrigere Zinsen, was zu Sorgen über deren Unabhängigkeit führte. Viele Anleger:innen suchten Alternativen zum Dollar. Mit Beginn des Iran-Krieges änderte sich aber auch für den Dollar die Lage abrupt. Auf einmal war der Dollar wieder als sicherer Hafen gefragt und wertete spürbar auf. 

US-Dollar in den vergangenen Wochen als sicherer Hafen gesucht — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet

Denn die USA sind Selbstversorger von Öl und Gas und daher von der Energiekrise weniger betroffen als europäische und asiatische Länder. Dass es aber auch schnell wieder in die andere Richtung gehen kann, wurde Anfang April mit der Verkündung des Waffenstillstands deutlich. Sofort war der Dollar weniger gefragt und die schon vormals belastenden Faktoren sind wieder in den Vordergrund gerückt. Der Dollar könnte also wieder auf seinen Abwertungspfad zurückkehren. 

Stark am Dollar hängt der Goldpreis, der in den letzten Wochen eine Vollbremsung hingelegt hat.

Gold im Abwärtssog

Mehr als zwei Jahre lang kannte der Goldpreis eigentlich nur eine Richtung, nämlich nach oben. Das bisherige Rekordhoch wurde Ende Jänner mit fast 5.600 USD je Feinunze erreicht.  

Wer allerdings dachte, dass Gold vom Iran-Krieg profitieren würde, wurde eines Besseren belehrt. Der Goldpreis wurde vielmehr mit nach unten gezogen und hat im März seinen stärksten Monatsverlust seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008 verzeichnet. 

Höhenflug des Goldpreises vorerst gestoppt — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 8.4.2026 | Quelle: FactSet

Mehrere Faktoren haben den Goldpreis belastet:

Zum einen haben durch den starken Anstieg der Energiepreise die Inflationsrisiken zugenommen, woraufhin zuvor erwartete Zinssenkungen der Fed ausgepreist wurden. Dies ist schlecht für Gold, da Staatsanleihen im Gegensatz zu Gold Zinsen zahlen und dadurch im direkten Vergleich attraktiver werden. Zum anderen hat der Dollar aufgewertet, was Gold für nicht US-Investor:innen teurer gemacht hat. Darüber hinaus haben Investor:innen Gold verkauft, um anderweitige Verluste auszugleichen und sich Liquidität zu beschaffen. Zuletzt wurden nach ersten Kursrückgängen wichtige charttechnische Marken im Goldpreis durchbrochen, so dass es zu technisch bedingten Anschlussverkäufen kam.  Ende März hat sich der Goldpreis wieder stabilisiert und leicht erholt. Nicht vergessen darf man auch, dass der Goldpreis trotz der Kursrückgänge seit Jahresanfang noch deutlich im Plus ist.  

Sollten die Märkte mit Ende des Iran-Krieges wieder mit niedrigeren Zinsen rechnen, könnte der Goldpreis seinen Aufwärtstrend durchaus wieder aufnehmen. 

Welche Themen werden uns in den kommenden Monaten begleiten?

Unser Basisszenario ist weiter gekennzeichnet durch moderates Wirtschaftswachstum, dass die Inflation in Europa nur kurzzeitig erhöht ist, es weitere Zinssenkungen in den USA gibt und die Unternehmensgewinne weiter moderat steigen. Risiken sehen wir in der (Geo-)Politik, einer deutlich steigenden Inflation, hohen und weiter steigenden Staatsschulden, der Gefahr, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verliert und den aktuell noch hohen Bewertungen. Dagegen stellen ein stärkeres Wirtschaftswachstum, ein mögliches Ende des Iran-Krieges und eine Entspannung im Ukraine-Krieg, sinkende Energiekosten und eine Produktivitätssteigerung durch KI Chancen dar.

Wichtige Hinweise

Die hier dargestellten Angaben dienen trotz sorgfältiger Recherche ausschließlich der unverbindlichen Information und ersetzen nicht eine, insbesondere nach rechtlichen, steuerlichen und produktspezifischen Gesichtspunkten notwendige, individuelle Beratung für etwaig darin beschriebene Finanzinstrumente. Die Information stellt weder ein Anbot noch eine Einladung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und dient insbesondere nicht als Ersatz für eine umfassende Risikoaufklärung. Jede Anlage in Wertpapieren ist mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Insbesondere können Kursschwankungen, Zinsänderungen und Bonitätsverschlechterungen des Emittenten den Wert, Kurs oder Ertrag des Wertpapiers negativ beeinflussen. Bei Veranlagung in fremder Währung entsteht zusätzlich ein Währungsrisiko, welches sich ertragsmindernd oder ertragserhöhend auswirken kann. Lassen Sie sich daher ausführlich von einem Wertpapierberater über diese Risiken informieren. Alle Informationen, Meinungen und Einschätzungen in diesem Dokument geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers bzw. der Verfasser zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung - insbesondere im Hinblick auf künftig anwendbare regulatorische Neuerungen (EU-Verordnungen und nationale Gesetze etc.) zum Thema Nachhaltigkeit - ändern. Die dargebrachten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft wider. Die Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft ist nicht dazu verpflichtet, dieses Dokument zu aktualisieren, zu ergänzen oder abzuändern, wenn sich ein in diesem Dokument genannter Umstand, eine enthaltene Stellungnahme, Schätzung oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. Die Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Genauigkeit der hierin enthaltenen Informationen, Druckfehler sind vorbehalten.

Dieses Dokument ist keine Finanzanalyse und unterliegt daher weder den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen noch dem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Zuständige Aufsichtsbehörde: Österreichische Finanzmarktaufsicht, Otto-Wagner-Platz 5, 1090 Wien.

© Bankhaus Carl Spängler & Co. Aktiengesellschaft,  Stand 09.04.2026. Alle Rechte vorbehalten. Verlagsort: Salzburg, Herstellungsort: Salzburg

Browser wird nicht unterstützt

Unsere Website kann von Ihrem Browser leider nicht aufgerufen werden, da dieser nicht mehr unterstützt wird.
Aktualisieren Sie bitte Ihren Browser, um die Website anzuzeigen und ein besseres und sicheres Online-Erlebnis zu haben.

Online Banking öffnen

Kontakt

Stammhaus Salzburg
Schwarzstraße 1
5020 Salzburg
+4366286860
bankhaus@spaengler.at