Entgegen den Hoffnungen ist kein schnelles Ende im Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite in Sicht. Im Gegenteil, die gegenseitigen Angriffe haben in den letzten Tagen an Intensität zugenommen, zuletzt wurden verstärkt Infrastrukturanlagen ins Visier genommen. An den Kapitalmärkten steigt die Nervosität weiter. Die Ölpreise sind nach oben gesprungen, die Anleiherenditen kräftig gestiegen und Aktien deutlich gefallen.

Im Zuge des seit gut einer Woche andauernden Krieges im Nahen Osten sind die Sorgen über die Versorgungssicherheit von Öl und Gas spürbar gestiegen. Denn wegen der gegenseitigen Angriffe ist die „Straße von Hormus“, einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit, so gut wie unpassierbar geworden. Durch diese Meerenge wird aber normalerweise täglich rund ein Viertel der weltweiten verschifften Öllieferungen und viel Gas transportiert. Hauptabnehmer des im Nahen und Mittleren Osten produzierten Öl und Gas sind asiatische Länder. Nach Europa werden eher geringere Mengen transportiert. Eine Umleitung der Lieferungen ist kaum möglich, da es nur sehr begrenzte Pipeline-Kapazitäten gibt, mit der die „Straße von Hormus“ umgangen werden kann.

Manche Öl- und Gashersteller in der Region wie der Irak, Kuwait und Katar haben ihre Produktion bereits gedrosselt, da sie die Energieträger nicht mehr exportieren können und ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind. Sollte der Krieg unvermindert andauern, werden wahrscheinlich weitere Länder ihre Produktion kürzen müssen. Noch scheint keine der Kriegsparteien bereit, Zugeständnisse zu machen. Sorgen über länger anhaltende Angebotsausfälle haben mittlerweile zu einem sprunghaften Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt. Brent-Öl handelte in der Spitze heute Morgen bei knapp 120 USD je Barrel und damit fast doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Der für den europäischen Markt maßgebliche Gaspreis TTF hat sich heuer bislang auf über 60 EUR je MWh mehr als verdoppelt.

Die massiv gestiegenen Energiepreise haben zu einem kräftigen Anstieg vor allem der kurz- und mit Abstrichen auch der mittelfristigen Inflationserwartungen geführt. Dies wiederum hat Auswirkungen auf die Zinserwartungen. Die Marktteilnehmer:innen spekulieren, dass die EZB wegen der Inflationsgefahren die Zinsen sogar schon im Juni erhöhen könnte. Für die Fed werden bislang erwartete Zinssenkungen weiter ausgepreist. Beides scheint etwas überzogen, da im Falle eines länger andauernden Krieges wohl auch die globale Konjunktur beeinträchtigt werden dürfte. Bei einer Konjunkturschwäche würden die Zentralbanken den wirtschaftlichen Risiken wahrscheinlich mehr Gewicht beimessen als den Inflationssorgen.

An den Kapitalmärkten sind die Auswirkungen des Krieges deutlich spürbar: Wegen der Inflationssorgen und der damit einhergehenden veränderten Zinserwartungen sind die Anleiherenditen in Europa und den USA seit Kriegsausbruch gestiegen. In Deutschland, stellvertretend für die Eurozone, sind die Renditen zweijähriger Bundesanleihen um gut 40 Basispunkte und die Renditen zehnjähriger Anleihen um über 20 Basispunkte nach oben geklettert. In den USA waren es jeweils rund 25 Basispunkte. Aktien verzeichneten teils deutliche Verluste: Aus der Sicht eines Euro-Investors sind einschließlich der heutigen Eröffnung europäische Werte um knapp 8 % gefallen, japanische um rund 10 % und Schwellenländer um über 5 %. US-Aktien haben sich besser gehalten und in Euro gerechnet nur 1,5 % verloren, da die USA als Netto-Exporteur von Öl und Gas weit weniger vom Anstieg der Energiepreise betroffen sind. Der US-Dollar ist als sicherer Hafen gefragt und hat bis auf gut 1,15 EUR/USD aufgewertet. Gold hat rund 100 USD verloren, da durch Goldverkäufe anderweitige Verluste abgefedert wurden.

Positionierung im Spängler Asset Management

Da sich kein Ende des Krieges abzeichnet, dürfte die Nervosität an den Märkten hoch bleiben oder sogar weiter zunehmen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die einzelnen Asset-Klassen. Sollte sich die Lage jedoch beruhigen, könnte es kräftige Gegenbewegungen geben. Im Spängler Asset Management beobachten wir die Entwicklungen weiter genau und bewerten die Lage täglich neu. Aktuell bleiben wir bei Aktien noch neutral positioniert. Im Anleihebereich liegt unser Fokus weiter auf der besten Bonität. Gold bleibt fester Bestandteil unserer Allokation.

Wichtige Hinweise

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