• Bankhaus Spängler präsentiert Kapitalmarktausblick für das zweite Quartal
  • Iran-Krieg dreht Märkte, Risiken steigen
  • Notenbanken unter Druck, Gold im Stresstest

(13.04.2026, Salzburg) – „Das Börsenjahr 2026 hatte eigentlich sehr erfreulich begonnen. Seit März stehen die Kapitalmärkte jedoch ganz im Zeichen des Iran-Kriegs. Die Stimmung unter den Marktteilnehmer:innen kippte, und Inflations- und Konjunktursorgen führten zu Kursrückgängen in allen Anlageklassen“, sagt Nils Kottke, Mitglied des Vorstands im Bankhaus Spängler, im aktuellen Kapitalmarktausblick der ältesten Privatbank Österreichs für das zweite Quartal 2026. Wie es mit der Konjunktur und den Märkten weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, wie lange der Krieg im Nahen Osten noch andauert und wie schnell sich die Lage danach wieder normalisiert.



Energiepreise treiben Inflationserwartungen

Die unmittelbarste Auswirkung des Iran-Kriegs zeigt sich bei den Energiepreisen. „Allein im März ist der Preis für Brent-Öl um über 60 Prozent gestiegen – der stärkste Monatsanstieg seit fast 40 Jahren", erklärt Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Bankhaus Spängler. Ursache ist bekanntlich die Blockade der Straße von Hormus. Die gestiegenen Energiepreise haben die kurzfristigen Inflationserwartungen für die Eurozone auf über drei Prozent getrieben. „Die Eurozone ist stark von Energieimporten abhängig. Dazu steigen die Produktionskosten der Unternehmen, die diese an ihre Kund:innen weitergeben werden. Auch die Nahrungsmittelpreise dürften zulegen", so Dürnberger. Dennoch wird die höhere Inflation derzeit noch nicht als nachhaltig eingeschätzt.



EZB vor Zinserhöhungen, Fed hält still - vorerst

Die veränderte Inflationslage hat die Zinserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks komplett umgekrempelt. „Während zu Jahresbeginn keine Zinsveränderungen durch die EZB erwartet wurden, gehen die Marktteilnehmer:innen nun davon aus, dass sie die Zinsen in diesem Jahr mehrmals erhöhen wird", sagt Kottke. Zwei Schritte zu je 25 Basispunkten sind eingepreist, der erste davon für Juni. In den USA hingegen werden in diesem Jahr keine Zinssenkungen mehr erwartet. „Nach einem Ende des Iran-Krieges könnten Senkungen aber wieder auf die Agenda rücken, zumal die Fed im Mai einen neuen Chef bekommt“, so Kottke. Auch wird die Debatte um die Unabhängigkeit der US-Notenbank dadurch jedenfalls neue Nahrung erhalten.



Konjunktur: Rezessionsgefahr in der Eurozone

Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich merklich eingetrübt. So ist der Sentix-Konjunkturindex, ein auf Umfragen unter mehr als 5.500 Anleger:innen basierender Frühindikator, für die Eurozone im März in den negativen Bereich gerutscht und im April weiter gefallen. „Die Umfrageteilnehmer:innen erwarten in der Eurozone sogar eine Rezession“, erklärt Dürnberger. Auch der US-Index ist rückläufig, dort wird eine Stagnation erwartet. Ein weiterer Belastungsfaktor sind die sich mehr als verdoppelten Kerosinpreise, die Flugreisen deutlich verteuern. Europäische Reisedestinationen wie Griechenland, Italien oder Spanien könnten zwar von umgelenkten Touristenströmen profitieren, während Regionen wie Wien und Salzburg mit weniger Besucher:innen aus Asien und dem Nahen Osten rechnen müssen.



Aktienmärkte erholen sich, Anleihen unter Druck

Mit Kriegsbeginn kam es an den Aktienmärkten zu deutlichen Kursrückgängen: Emerging-Markets-Aktien verloren im März rund elf Prozent, europäische Titel rund acht Prozent. US-Aktien hielten sich besser, da die USA von der Energiekrise weniger stark betroffen waren und der Dollar als sicherer Hafen gefragt war. Mit der Verkündung des Waffenstillstands Anfang April erholten sich die Kurse rasch. „Anleger:innen sind nicht in Panik verfallen und reagieren auf positive Nachrichten entsprechend”, so Dürnberger. An den Anleihemärkten stiegen die Renditen spürbar – in Deutschland zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit der Eurokrise im Jahr 2011 – und die Risikoaufschläge bei High-Yield-Anleihen weiteten sich aus, blieben aber weit unter den Niveaus früherer Schocks.



Branchenrotation und Gold-Rücksetzer

In den USA kam es zu einer markanten Branchenrotation: Seit Jahresbeginn liegt der Energiesektor mit knapp 30 Prozent an der Spitze, während IT-Werte, Finanzwerte und Konsumgüteraktien unter Druck stehen. Beim Gold gab es einen Rückschlag durch den Iran-Krieg: Das Edelmetall verzeichnete im März seinen stärksten Monatsverlust seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Ausgepreiste Fed-Zinssenkungen, ein stärkerer Dollar und technisch bedingte Anschlussverkäufe belasteten den Preis. „Sollten die Märkte nach einem Ende des Konflikts wieder mit niedrigeren Zinsen rechnen, könnte Gold seinen Aufwärtstrend durchaus aber wieder aufnehmen”, so Kottke.



Ausblick: Moderates Wachstum, hohe Risiken

Das Bankhaus Spängler erwartet als Basisszenario moderates Wirtschaftswachstum, eine nur vorübergehend erhöhte Inflation in Europa, weitere Zinssenkungen in den USA und moderat steigende Unternehmensgewinne. Dürnberger nennt geopolitische Turbulenzen, einen deutlichen Inflationsanstieg, steigende Staatsschulden sowie die Gefahr, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verliert, als Risiken. „Chancen bieten ein mögliches Ende des Iran-Krieges, eine Entspannung im Ukraine-Konflikt, sinkende Energiekosten und Produktivitätssteigerungen durch Künstliche Intelligenz“, so der Asset Manager.

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Über das Bankhaus Spängler

Das Bankhaus Spängler ist eine unabhängige Privatbank mit seinem Stammhaus in Salzburg und weiteren Standorten in Wien, Linz, Zell am See, Kitzbühel, Innsbruck und Graz. Die älteste Privatbank Österreichs wurde im Jahr 1828 gegründet und befindet sich - mittlerweile in der siebten Generation - in reinem Familienbesitz. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit stehen Kund:innen mit Privatvermögen, Familienunternehmen und Stiftungen, die hohe Erwartungen an die Beratung haben. Im Bankhaus Spängler sind knapp 300 Mitarbeiter:innen beschäftigt, das verwaltete Vermögen an Einlagen, Krediten und Wertpapieren beträgt mehr als 11,6 Milliarden Euro.

Im Sinne des Anspruchs “Best in Family Banking” erfolgt eine umfassende und ganzheitliche Betreuung: Teams aus verschiedenen Fachbereichen erarbeiten erstklassige Vermögens- und Finanzierungskonzepte.

Unter dem Dach des “Family Management” bietet das Bankhaus Spängler maßgeschneiderte Beratungsleistungen für Familienunternehmen. Die Expert:innen begleiten generationenübergreifende Nachfolgeprozesse, unterstützen bei der Entwicklung einer Familienstrategie, erarbeiten eine langfristige Eigentümervision.

Die Spängler M&A GmbH (Mergers & Acquisitions) berät beim Kauf- oder Verkauf von Unternehmen und bietet begleitende Unterstützung bei sämtlichen Schritten der Akquisition bis zum erfolgreichen Abschluss.

Die Spängler Immobilien GmbH vermittelt für ihre Kund:innen An- und Verkäufe von Wohn- und Anlageimmobilien im gehobenen Preissegment. Als 100-prozentige Tochter des Bankhauses Spängler verfügt das Unternehmen über erstklassige Kontakte und bietet diskreten Zugang zu Premium-Immobilien.

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