• Asset Manager des Bankhaus Spängler mit aktuellem Kapitalmarktupdate
  • Öl- und Gasölpreise sind stark gestiegen, Aktienmärkte dennoch robust
  • EZB vor weiteren Zinserhöhungen, Anleihen bleiben unter Druck

(06.08.2026, Salzburg) – „Die Energiepreise sind in diesem Jahr Achterbahn gefahren. Nach dem starken Anstieg im Zuge des Iran-Krieges haben sie sich zwischenzeitlich wieder deutlich entspannt, bevor sie im Juli neuerlich angezogen haben“, sagt Daniel Briesemann, Portfoliomanager im Asset Management des Bankhaus Spängler, im aktuellen Kapitalmarktupdate. „Die hohen Energiepreise wirken sich unmittelbar auf Inflationserwartungen, Geldpolitik und Finanzmärkte aus“, ergänzt Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management.

 

Energiepreise mit starken Ausschlägen

Der Brent-Ölpreis stieg nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten zeitweise auf rund 120 US-Dollar je Barrel. Nach der Verkündung eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran fiel er wieder auf sein Vorkriegsniveau, bevor die neuerlichen Kampfhandlungen im Juli für einen weiteren Preisanstieg sorgten. Noch stärker entwickelte sich der Gasölpreis: Er hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

„Neben der Blockade der Straße von Hormus und fehlenden Raffineriekapazitäten trägt auch die beschädigte russische Energieinfrastruktur zur angespannten Versorgungslage bei“, erklärt Briesemann. Immer mehr Abnehmer konkurrieren um die verfügbaren Ölprodukte. Die Folge sind deutlich höhere Preise für Benzin, Diesel und Kerosin.

 

Inflationserwartungen und Zinsen steigen

Die höheren Energiepreise haben die Inflationserwartungen in der Eurozone zuletzt wieder steigen lassen. Nach dem zwischenzeitlichen Rückgang des Ölpreises hatten die Inflationssorgen der Marktteilnehmer:innen zunächst nachgelassen. „Der neuerliche Ölpreisanstieg hat diese Sorgen wieder verstärkt. Der Markt geht allerdings davon aus, dass die hohen Energiepreise nicht von Dauer sein werden“, so Dürnberger.

Die EZB hat im Juni die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent angehoben und im Juli unverändert belassen. Eine weitere Zinserhöhung im September ist an den Märkten mittlerweile nahezu vollständig eingepreist. Bis Jahresende scheint sogar eine zusätzliche Erhöhung auf bis zu 2,75 Prozent möglich. Auch von der US-Notenbank Fed wird für dieses Jahr noch eine Zinserhöhung erwartet, um die Inflation zu bekämpfen.

 

Anleihen unter Druck, Aktien robust

Die höheren Inflations- und Zinserwartungen haben die Anleiherenditen deutlich nach oben getrieben. In Deutschland stieg die Rendite zweijähriger Bundesanleihen seit Jahresbeginn um knapp 70 Basispunkte, jene zehnjähriger Anleihen um rund 35 Basispunkte. In den USA erhöhten sich die Renditen zwei- und zehnjähriger Staatsanleihen um rund 80 beziehungsweise mehr als 50 Basispunkte. „2026 entwickelt sich damit zu einem weiteren schwierigen Rentenjahr“, sagt Dürnberger.

Aktien zeigen sich hingegen überraschend widerstandsfähig. In den USA haben zahlreiche Unternehmen in der aktuellen Berichtssaison die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Auch in Europa überwiegen die positiven Überraschungen. „Die Unternehmen haben die Belastungen durch US-Zölle und hohe Energiepreise bislang erstaunlich gut bewältigt“, so Briesemann.

In Euro gerechnet liegen US-Aktien seit Jahresbeginn um mehr als 11 Prozent im Plus, europäische Aktien um knapp 10 Prozent. Der südkoreanische Aktienmarkt profitierte vor allem vom KI-Hype und entwickelte sich mit einem Plus von rund 60 Prozent besonders stark.

 

Ausblick: Chancen und Risiken

Das Bankhaus Spängler erwartet weiterhin moderates Wirtschaftswachstum, eine nur vorübergehend erhöhte Inflation in Europa, weitere Zinserhöhungen und moderat steigende Unternehmensgewinne. Risiken sehen die Experten vor allem in geopolitischen Unsicherheiten, einer länger erhöhten Inflation, hohen Staatsschulden, einem unberechenbaren Kurs der Fed und den hohen Aktienbewertungen. Chancen bieten ein stärkeres Wirtschaftswachstum, ein tatsächliches Ende des Iran-Krieges, eine Entspannung im Ukraine-Krieg, sinkende Energiekosten und Produktivitätsgewinne durch Künstliche Intelligenz.

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Über das Bankhaus Spängler

Das Bankhaus Spängler ist eine unabhängige Privatbank mit seinem Stammhaus in Salzburg und weiteren Standorten in Wien, Linz, Zell am See, Kitzbühel, Innsbruck und Graz. Die älteste Privatbank Österreichs wurde im Jahr 1828 gegründet und befindet sich - mittlerweile in der siebten Generation - in reinem Familienbesitz. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit stehen Kund:innen mit Privatvermögen, Familienunternehmen und Stiftungen, die hohe Erwartungen an die Beratung haben. Im Bankhaus Spängler sind mehr als 300 Mitarbeiter:innen beschäftigt, das verwaltete Vermögen an Einlagen, Krediten und Wertpapieren beträgt 12,8 Milliarden Euro. 

Im Sinne des Anspruchs “Best in Family Banking” erfolgt eine umfassende und ganzheitliche Betreuung: Teams aus verschiedenen Fachbereichen erarbeiten erstklassige Vermögens- und Finanzierungskonzepte. 

Unter dem Dach des “Family Management” bietet das Bankhaus Spängler maßgeschneiderte Beratungsleistungen für Familienunternehmen. Die Expert:innen begleiten generationenübergreifende Nachfolgeprozesse, unterstützen bei der Entwicklung einer Familienstrategie und erarbeiten eine langfristige Eigentümervision.

Die Spängler M&A GmbH (Mergers & Acquisitions) berät beim Kauf oder Verkauf von Unternehmen und bietet begleitende Unterstützung bei sämtlichen Schritten der Akquisition bis zum erfolgreichen Abschluss. 

Die Spängler Immobilien GmbH vermittelt für ihre Kund:innen An- und Verkäufe von Wohn- und Anlageimmobilien im gehobenen Preissegment. Als 100-prozentige Tochter des Bankhauses Spängler verfügt das Unternehmen über erstklassige Kontakte und bietet diskreten Zugang zu Premium-Immobilien. 

Die Spängler Institutional GmbH ist eine nach § 3 WAG 2018 konzessionierte Wertpapierfirma und ein Tochterunternehmen des Bankhaus Spängler. Sie steht für maßgeschneiderte Lösungen, welche auf die individuellen Bedürfnisse institutioneller Kunden zugeschnitten sind und mit hoher Flexibilität implementiert werden können. In der Umsetzung und bei der Auswahl von Instrumenten wird ein besonderes Augenmerk auf Kosteneffizienz gelegt.  
 

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