(12.10.2026, Salzburg) – Warum wachsen manche Unternehmerfamilien an Spannungen, während andere daran scheitern? Mit dieser Frage beschäftigte sich das „Forum Familienunternehmen“ des Bankhaus Spängler, das bereits zum 21. Mal im Kavalierhaus Klessheim stattfand. Unter dem Titel „Wir haben keinen Konflikt! Oder doch?“ kamen zahlreiche Teilnehmende aus Unternehmerfamilien zusammen, um zu erfahren, wie sich unterschiedliche Erwartungen und Interessen konstruktiv nutzen lassen.
Vorstandssprecher Werner G. Zenz hieß die Gäste willkommen. Den thematischen Einstieg in den spannenden Nachmittag lieferte dann Christopher Schneider, Leiter des Spängler Family Business Consulting, mit seinem Impulsvortrag „Der Irrtum der Harmonie – Wozu Konflikte in Unternehmerfamilien dienen”. Er beleuchtete, warum Konflikte nicht das Problem sind, sondern oft der Ausgangspunkt für Klärung, bessere Entscheidungen und neue gemeinsame Wege.
Demzufolge prägen unterschiedliche Erwartungen, unsichtbare Loyalitäten, ungeklärte Rollen und Machtverschiebungen häufig lange den Alltag von Eigentümerfamilien, bevor offene Konflikte sichtbar werden. Schneider betonte: “Auch hier gilt: Schweigen ist keine Zustimmung. Was nicht ausgesprochen wird, bleibt trotzdem im Raum und wirkt weiter.”
Zwei Familien, zwei Wendepunkte
Im Gespräch „Vom Konflikt zur Lösung – Wie aus Spannungen in Unternehmerfamilien tragfähige Strukturen entstehen“, moderiert von Daniela Scherrer (Spängler Family Business Consulting), gaben Christoph Greiner, Mitglied des Aufsichtsrats und Familiengesellschafterrats der Greiner Gruppe, und Johannes Marchhart, geschäftsführender Gesellschafter der Marchhart Gesellschaft m.b.H., praxisnahe Einblicke. Beide berichteten von entscheidenden Wendepunkten und den klaren Entscheidungen, die sie für die Zukunft getroffen haben.
Während die Greiner Gruppe mit Sitz in Kremsmünster bereits in fünfter Generation geführt wird, steht bei der burgenländischen Marchhart Gesellschaft aktuell die Übergabe an die dritte Generation an. Christoph Greiner hob hervor: "Wer kommuniziert, gewinnt. Nur wer miteinander spricht, schafft die Grundlage für tragfähige Lösungen." Johannes Marchhart ergänzte: "Probleme lösen sich nicht von selbst, sie werden nur größer, wenn man sie ignoriert. Deshalb sollte man sie früh ansprechen und dann aktiv angehen."
Signale lesen, bevor es eskaliert
Den Abschluss des Programms bildete der Erlebnisvortrag „Konfliktlöser Körpersprache” des Bestsellerautors und Körpersprache-Experten Stefan Verra. Mit Humor, wissenschaftlichem Know-how und vielen Praxisbeispielen zeigte er, welchen Einfluss Mimik, Gestik und Auftreten auf schwierige Gespräche haben und wie sich Spannungen erkennen lassen, bevor sie eskalieren. Bei einem anschließenden Flying Dinner blieb allen Teilnehmenden viel Zeit für den persönlichen Austausch.