Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus

Nach den deutlichen Kursabschlägen am Montag (24. Februar 2020) scheiterte am Dienstag (25. Februar 2020) ein zaghafter Versuch einer Marktstabilisierung. Im Tagesverlauf gewannen die Verkäufer an den Aktienmärkten wieder die Oberhand. Zu Handelsschluss gaben die europäischen Aktienindizes gut 2 %, die amerikanischen Börsen sogar rund 3 % ab. Gleichzeitig stiegen die Kurse von Staatsanleihen weiter an und führten somit zu deutlich tieferen Renditen. In den USA erreichte die 10-jährige Treasury-Rendite bei 1,305 % das tiefste jemals verzeichnete Niveau. Am Mittwoch (26. Februar 2020) sehen wir an den Börsen noch keine Anzeichen einer Kursstabilisierung, allerdings hat der Verkaufsdruck zu Mittag bereits deutlich nachgelassen.

Die Anleger sind in Sorge, dass die Ausbreitung des neuen Coronavirus außerhalb Chinas weitere Belastungen für die Konjunkturentwicklung nach sich ziehen könnte. Dies führt zu deutlichen und anhaltenden Kursanpassungen vor allem in den Aktien- und Anleihenmärkten. Seit den letzten Höchstständen am vergangenen Mittwoch bzw. Donnerstag haben die großen Aktienindizes 7 % bis 9 % an Wert eingebüßt. Dagegen sind die 10J-Renditen in Deutschland um rund 10 Basispunkte zurückgegangen, in den USA sogar doppelt so stark. Am Devisenmarkt hat sich der US Dollar zum Euro um 1 % abgeschwächt. Der Rohölpreis hat aufgrund der anhaltenden Rezessionsängste um gut 8 % nachgegeben. Der Goldpreis ist zwischenzeitlich um mehr als 4 % auf rund 1.690 USD angestiegen. Am heutigen Mittwoch tendiert er seitwärts bei einer Marke von 1.650 USD.

 

IndexEntwicklung 2019Entwicklung seit Höchststand (19.02.20)Entwicklung YTD
ATX 16,07 % -7,13 % -6,80 %
DAX 25,48 % -7,24 % -3,46 %
STOXX 600 23,78 % -6,75 % -2,78 %
S&P 500 (in USD) 29,59 % -7,62 % -2,89 %
MSCI China (in USD) 22,34 % -3,60 % -1,90 %

Zu Tabelle 1: Die Angaben basieren auf Vergangenheitswerten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Quelle: Bloomberg, Stand 25.02.2020

Einschätzung und Massnahmen im Asset Management

Mit Blick auf die kommenden Tage stehen viele Marktteilnehmer vor der Frage, wie lange die Korrektur an den Finanzmärkten noch andauern wird und wie stark sich die Kurse noch verschieben können. Im Bankhaus Spängler Asset Management haben unsere Indikatoren bereits seit Monatsbeginn eine übergekaufte Situation angezeigt. Auf Grund dessen haben wir in unseren Mandaten die Aktienquoten zwischen 5 % und 20 % mit Put-Optionen in den USA und Europa abgesichert sowie einige Aktienpositionen bereits verkauft, um die uns anvertrauten Kundengelder zu stabilisieren. Wir werden weiterhin auf täglicher Basis unsere Positionen überprüfen und unser Risikomanagement stringent umsetzen.

DatumMaßnahme
21.02.2020 20 % Put-Absicherung: Portfolio Ertrag und Absolut Return Mandate mit Risikobudget
21.02.2020 10 % Put-Absicherung: Portfolio Ertrag/Wachstum, Wachstum, Flexibel und FBT
21.02.2020 5 % Put-Absicherung: Portfolio Substanz
25.02.2020 Verkauf Einzeltitel: Cie Financiere Richemont
26.02.2020 Verkauf Einzeltitel: BHP Group

Ausblick

Für die nächsten Tage erwarten wir, dass die Aktienmärkte in den USA und Europa ihre 200-Tage-Durchschnittslinie testen werden. Die konjunkturellen Auswirkungen der Virusverbreitung werden erst in den kommenden Monaten sichtbar sein, wenn aktuelle Daten veröffentlicht werden. Aktuell ist nach letzten Aussagen einzelner Notenbankvertreter sowohl der Federal Reserve als auch der EZB nicht zu erwarten, dass die Währungshüter schon jetzt Maßnahmen setzen werden, um die Aktienmärkte zu unterstützen. Dies ist nachvollziehbar, da auch den Notenbanken noch keine verlässlichen Konjunkturdaten zur Beurteilung der Lage zur Verfügung stehen. Zudem ist zu bezweifeln, ob weitere Zinssenkungen oder Anleihekäufe für eine Gegensteuerung geeignet sind.

Fazit

Nach einem außergewöhnlich guten Jahr 2019 – im Anschluss an ein turbulentes Jahr 2018 – war mit einem Anstieg der Volatilität zu rechnen. In turbulenten Marktphasen gilt es, Ruhe zu bewahren, erprobte Maßnahmen im Risikomanagement umzusetzen und nicht aus emotionalen Beweggründen heraus eine langfristig nachteilige Entscheidung zu fällen.

Generell eignen sich Marktphasen wie diese dazu, die eigene Risikotragfähigkeit und die langfristigen Ziele der Veranlagung zu überdenken.

 

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Wichtige Hinweise

Die hier dargestellten Angaben dienen, trotz sorgfältiger Recherche, ausschließlich der unverbindlichen Information und ersetzen nicht eine, insbesondere nach rechtlichen, steuerlichen und produktspezifischen Gesichtspunkten notwendige, individuelle Beratung für die darin beschriebenen Finanzinstrumente. Die Information stellt weder ein Anbot, noch eine Einladung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und dient insbesondere nicht als Ersatz für eine umfassende Risikoaufklärung. 

Die jeweils gültigen Bedingungen jedes Finanzproduktes und weitere Informationen finden Sie unter www.spaengler.at bzw. beim jeweiligen Produktanbieter. Für Detailauskünfte zu Risiken und Kosten steht Ihnen Ihr persönlicher Berater im Bankhaus Spängler gerne zur Verfügung. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen wurden sorgfältig erarbeitet und beruhen auf Quellen, die als zuverlässig erachtet werden. 

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