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Sorgen vor einer Eskalation des Handelsstreits bestimmen das Marktgeschehen.

Im ersten Halbjahr wurden die Kapitalmärkte von steigender Volatilität begleitet. Hauptthema für das kommende Quartal bleibt die Sorge vor einer Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA, Europa und China. Bis jetzt hat der Handelsstreit zwar noch keine größeren Spuren in der globalen Wirtschaftsentwicklung hinterlassen – erste Vorlaufindikatoren deuten aber auf eine Wirtschaftsverlangsamung hin.

Europa: Frühindikatoren deuten auf eine konjunkturelle Abkühlung hin

In Europa signalisieren Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität. Für zusätzliche Unruhe an den Kapitalmärkten sorgt die neue italienische Regierung, welche umfangreiche Reformen auf Kosten neuer Staatsschulden umsetzen will.

USA: Wirtschaft in den USA nach wie vor robust

Die Wirtschaft in den USA präsentiert sich nach wie vor in einer robusten Verfassung:
Die Arbeitslosenquote hat mittlerweile den niedrigsten Stand der letzten 48 Jahren erreicht, die Stimmung der Konsumenten und der Produzenten befindet sich weiterhin nahe den Höchstständen und die Unternehmenssteuerreform sowie das staatliche Ausgabenprogramm unterstützen die Konjunktur auch in Zukunft.

China: Wirtschaftswachstum etwas abgeschwächt

In China hat sich das Wirtschaftswachstum etwas abgeschwächt. Aufgrund einer Verlangsamung der Bauaktivitäten und einer hohen Unternehmensverschuldung wird sich die Abkühlung fortsetzen.

JAPAN: Wirtschaft verzeichnet Rückgang

Die japanische Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal 2018 den ersten Rückgang seit mehr als zwei Jahren. Die Inflationsdaten bleiben enttäuschend und verharren nahe der Nulllinie.

EZB verschiebt erste Zinserhöhung - FED setzt ihren Kurs fort

Die Europäische Zentralbank hat im Juni die Marschroute für die Geldpolitik für einen ungewöhnlich langen Zeitraum festgelegt. Eine erste Zinserhöhung wird frühesten nach dem Sommer 2019 auf der Agenda der obersten Währungshüter stehen. Voraussetzung bleibt eine steigende Inflationsrate in Richtung des EZB-Ziels von knapp unter 2 %.

Die US-Notenbank ist ihrem europäischen Pendant mehr als einen Schritt voraus. Die FED verkürzt mittlerweile nicht nur ihre Bilanz, sie hat auch im Juni ihre bereits siebte Zinserhöhung seit Beginn des Zinserhöhungszyklus durchgeführt. FED-Chairman Powell betonte, dass die FED auch weiterhin an ihren Zinserhöhungen festhalten werde und bescheinigte der US-Wirtschaft eine starke Verfassung.

Anleihenmärkte

An den Anleihenmärkten konnten im ersten Halbjahr europäische Staatsanleihen einmal mehr von der „Risk-Off“ Stimmung an den Aktienmärkten profitieren. Mit einer Ausnahme: italienische Staatsanleihen. Diese büßten aufgrund der Ankündigungen der neuen Regierung zwischenzeitlich signifikant an Wert ein. Zu den Verlierern zählten neben italienischen Staatsanleihen auch Anleihen aus Schwellenländern. Diese leiden unter dem starken US-Dollar und dem steigenden Zinsniveau in den USA.

Aktienmärkte

Nach den rekordtiefen Volatilitäten im vergangen Jahr zeigen sich die Aktienmärkte im Jahr 2018 weiterhin schwankungsanfällig. Die Aktienmärkte konnten sich zu Beginn des zweiten Quartals von den turbulenten Kursrückgängen Anfang Februar erholen. Im Mai traten Sorgen vor einem erneuten Aufflammen der europäischen Schuldenkrise zu Tage und sorgten für Verunsicherung.

Nachdem die Börsen Anfang des Jahres neue Höchststände erklimmen konnten, zeigen die Halbjahreszahlen mittlerweile ein anderes Bild. Speziell europäische Handelsplätze mussten in der ersten Jahreshälfte Kursverluste hinnehmen. Auch die asiatischen Börsen werden durch den Handelskonflikt belastet. Stabil präsentierten sich im Jahresverlauf die US-Börsen. Sollte der Handelsstreit nicht weiter eskalieren dann sprechen mehrere Faktoren für ein unterstützendes Umfeld bei Aktien.

Fazit

Das Umfeld für die Finanzmärkte bleibt herausfordernd. Die Sorgen vor einer Eskalation des Handelsstreits bestimmen derzeit das Marktgeschehen. Sollten sich die Befürchtungen nicht realisieren, bieten die unterstützende Konjunktur und die weiterhin expansive Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken Platz für positive Überraschungen.