„Wir haben keinen Konflikt! Oder doch?“ Unter diesem Titel stand die 21. Ausgabe des Spängler Forum Familienunternehmen, zu der das Bankhaus Spängler zahlreiche Mitglieder aus Unternehmerfamilien ins Kavalierhaus Klessheim begrüßen durfte. Im Mittelpunkt stand ein Thema, das viele Unternehmerfamilien begleitet und dennoch häufig unausgesprochen bleibt: Konflikte und Spannungen.
Wo Familie, Eigentum und Unternehmen aufeinandertreffen, sind unterschiedliche Erwartungen, Interessen und Perspektiven unvermeidbar. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer Unternehmerfamilie ist jedoch nicht die Vermeidung von Konflikten, sondern der konstruktive Umgang mit ihnen. Welche Chancen Spannungen bieten und wie daraus tragfähige Lösungen entstehen können, wurde aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.
Konflikte als Ausgangspunkt für Entwicklung
Nach der Begrüßung durch Werner G. Zenz, Vorstandssprecher des Bankhaus Spängler, eröffnete Christopher Schneider, Leiter des Spängler Family Business Consulting, den Nachmittag mit seinem Impuls „Der Irrtum der Harmonie – Wozu Konflikte in Unternehmerfamilien dienen“. Dabei zeigte er auf, warum Konflikte oftmals wichtige Themen sichtbar machen und nicht selten der Ausgangspunkt für Klarheit, bessere Entscheidungen und gemeinsame Entwicklung sind.
Unterschiedliche Erwartungen, ungeklärte Rollen, Loyalitäten oder Machtverschiebungen prägen häufig über lange Zeit den Alltag von Eigentümerfamilien, bevor Spannungen offen zutage treten. Umso wichtiger ist es, Konflikte nicht als Störung, sondern als Anlass für konstruktive Klärung zu verstehen.
Impressionen der Veranstaltung
Praxisbeispiele aus Unternehmerfamilien
Wie ein solcher Umgang mit Konflikten in der Praxis aussehen kann, zeigte das Gespräch „Vom Konflikt zur Lösung – Wie aus Spannungen in Unternehmerfamilien tragfähige Strukturen entstehen“. Unter der Moderation von Daniela Scherrer diskutierten Christoph Greiner, Mitglied des Aufsichtsrats und Familiengesellschafterrats des Greiner Familienkonzerns, sowie Johannes Marchhart, geschäftsführender Gesellschafter der Marchhart Gesellschaft m.b.H., über Herausforderungen, Wendepunkte und Entscheidungen in ihren Unternehmerfamilien.
Christoph Greiner, Greiner Familienkonzern
Beide gewährten persönliche Einblicke in Erfahrungen, die gezeigt haben, wie wichtig klare Rollen, offene Kommunikation und tragfähige Strukturen für die langfristige Handlungsfähigkeit von Unternehmerfamilien sind.
Johannes Marchhart, Marchhart Gesellschaft m.b.H.
Körpersprache als Schlüssel zur Konfliktlösung
Zum Abschluss der Veranstaltung begeisterte der Körpersprache-Experte und Bestsellerautor Stefan Verra mit seinem Erlebnisvortrag „Konfliktlöser Körpersprache – Menschen lesen. Wirkung verstehen. Konflikte entschärfen.“ Mit wissenschaftlichem Know-how, Humor und zahlreichen Praxisbeispielen zeigte er, welchen Einfluss Mimik, Gestik und Auftreten auf zwischenmenschliche Beziehungen und schwierige Gespräche haben.
Besonders in Unternehmerfamilien, in denen berufliche Entscheidungen und persönliche Beziehungen eng miteinander verbunden sind, können nonverbale Signale Spannungen verstärken oder entschärfen. Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig es ist, diese Signale frühzeitig zu erkennen und bewusst einzusetzen.
Raum für Austausch und neue Perspektiven
Beim anschließenden Flying Dinner nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit für persönliche Gespräche und den Austausch mit anderen Unternehmerfamilien. Gerade diese Kombination aus fachlichem Input, Praxisberichten und persönlicher Vernetzung macht das Forum Familienunternehmen seit mehr als zwei Jahrzehnten zu einer etablierten Plattform für Unternehmerfamilien aus ganz Österreich.
Mit der 21. Ausgabe setzte das Bankhaus Spängler die erfolgreiche Veranstaltungsreihe fort und bot erneut Denkanstöße zu zentralen Zukunftsfragen von Unternehmerfamilien: Wie können unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang gebracht werden? Wie entstehen tragfähige Entscheidungen? Und wie wird aus Konflikt letztlich Entwicklung?
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