Blickt man aktuell auf die Kapitalmärkte, dann ist die Welt in Ordnung – zumindest auf den 1. Blick. An den Kapitalmärkten liegt aktuell der Fokus ganz klar auf den Themen Künstliche Intelligenz und - damit eng verwoben - Börsengängen enormen Ausmaßes. Unangenehme Aspekte, wie der Iran-Krieg, die Inflationsentwicklung in den USA und in Europa oder die Staatsverschuldung, blitzen immer einmal wieder kurz auf. Die KI-Euphorie bremsen konnten diese Themen bislang aber nicht.

SpaceX

Der größte Börsengang der Geschichte

Im Juni ist SpaceX an die Börse gegangen. Es war der größte Börsengang der Geschichte. Das Unternehmen von Elon Musk ist in der Raumfahrt, der Telekommunikation und im KI-Bereich tätig. Vor allem die KI-Euphorie hat zu einer hohen Bewertung von SpaceX und zu viel Fantasie bei den Investoren geführt. Um die Dimension zu verdeutlichen, gehen wir kurz einen Schritt zurück: Der Aktienindex der Wiener Börse, der ATX, hat eine Marktkapitalisierung von rund 170 Mrd. Euro. Das hört sich erstmal nach nicht wenig an. Amazon aber, eines der größten Unternehmen der Welt, kommt auf eine Marktkapitalisierung von über 2.500 Mrd. US-Dollar. Und SpaceX hat dies sogar noch getoppt: Es hatte zwischenzeitlich eine Marktkapitalisierung von über 2.650 Mrd. Dollar. 

Der größte Börsengang der Geschichte — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 16.6.2026 | Quelle: FactSet

Damit ist, aus dem Stand heraus, zu einem der fünf wertvollsten Konzerne der Welt aufgestiegen. Je nachdem wie sich die SpaceX-Aktie weiterentwickelt, könnte dies Signalwirkung für die Anleger haben und die Richtung der Aktienmärkte in den kommenden Monaten prägen. Für den Herbst wird der Börsengang von zwei weiteren KI-Schwergewichten erwartet: Anthropic und OpenAI. Sollte die KI-Euphorie andauern, könnten auch sie Milliarden-Dollar anziehen.

Der Börsengang von SpaceX war in den letzten Wochen das bestimmende Thema an den Märkten. Doch sollten auch die Geopolitik, die Inflations- und Zinserwartungen sowie die Konjunktur nicht aus den Augen gelassen werden. Schauen wir daher zunächst auf die Wirtschaft.

Konjunktur

Die Wirtschaft in der Eurozone kämpft

Die Konjunktur in der Eurozone und in den USA zeigt sich derzeit höchst unterschiedlich. Während in der Eurozone die Wirtschaft vor allem wegen der hohen Energiepreise zu kämpfen hat, ist die US-Konjunktur bislang sehr robust. Für die Eurozone haben viele Analysten, Institutionen und Wirtschaftsverbände ihre Prognosen in den letzten Monaten teilweise deutlich nach unten revidiert – was auch anhand des Wirtschaftlichen Überraschungsindex zu erkennen ist.

Die Wirtschaft in der Eurozone kämpft — Wirtschaftlicher Überraschungsindex | Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: Citigroup, FactSet

Ein Wert unter null bedeutet, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die Industrie hat sich zwar noch einigermaßen gehalten, weil sie von den vermehrten Staatsausgaben profitiert. Der Dienstleistungssektor ist aber ein großes Sorgenkind in Europa. Positiv ist hier einzig: Das absolute Tief scheint überwunden und die Linie geht zumindest in die richtige Richtung. In den USA zeigt sich ein anderes Bild: Dort haben die Konjunkturdaten die Erwartungen heuer übertroffen, teilweise sogar deutlich. Die US-Wirtschaft profitiert insbesondere von den hohen Ausgaben für KI-Datenzentren. Und auch der private Konsum ist in den USA bislang noch robust.

Inflation

Die Inflation hat kräftig angezogen

Im Gegensatz zur Wirtschaft verläuft die Inflationsentwicklung in der Eurozone und den USA weitgehend im Einklang. In der Eurozone ist die Teuerungsrate im Juni auf 2,8 % gefallen. Sie liegt damit aber noch deutlich über dem EZB-Ziel von 2 %. Vor allem die zeitweise stark gestiegenen Energiepreise im Zuge des Iran-Krieges trugen dazu bei. 

Die Inflation hat kräftig angezogen — Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 1.7.2026 | Quelle: Eurostat, Bureau of Labor Statistics, FactSet

Allerdings ist der Ölpreis ist den letzten Wochen deutlich gefallen. Mehrere EZB-Vertreter haben aber davor gewarnt, dass der Energiepreisschock und Lieferausfälle zu einer länger anhaltend hohen Inflation führen könnten. Die erhöhten Energiepreise könnten sich demnach auch noch auf die Preise von Nahrungsmittel, Güter und Dienstleistungen durchschlagen. In Österreich lag die Inflation im Juni mit 3,2 % übrigens weiter über dem Durchschnitt der Eurozone. In den USA war der Anstieg der Teuerungsrate etwas ausgeprägter als in der Eurozone. Die Inflation lag im Mai sogar über 4 %. Dies gab es zuletzt vor mehr als drei Jahren. Hohe Tankstellenpreise sind der wesentliche Inflationstreiber. Eine Gallone Benzin kostete im Landesdurchschnitt lange Zeit mehr als vier Dollar. Die Inflation könnte sowohl in den USA als auch in der Eurozone in den kommenden Monaten noch hoch bleiben. Danach dürfte sie aber im Zuge des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran und der Wiederöffnung der Straße von Hormus wieder fallen.

Der Ölpreis hat großen Einfluss auf die Inflation

Der Schuldige für den Inflationsanstieg der letzten Monate ist schnell ausgemacht: Energie im Allgemeinen und Öl im Speziellen. In den ersten Wochen nach Beginn des Iran-Krieges war der Brent-Ölpreis auf 120 USD je Barrel nach oben geschnellt. Er hatte sich damit von seinem Jahresanfangsniveau verdoppelt. Mit der Nachrichtenlage zum Iran-Krieg schwankte auch der Ölpreis stark. In den letzten Wochen ist der Ölpreis im Zuge der Ankündigung des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran wieder deutlich unter 80 USD gefallen. Aktuell liegt der Ölpreis ungefähr auf dem Preisniveau, wie wir es vor Beginn des Iran-Kriegs hatten. 

Der Ölpreis hat großen Einfluss auf die Inflation — Brent-Ölpreis in USD je Barrel | Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet

Bis sich der Schiffsverkehr wieder normalisiert und die Ölproduktion wieder deutlich steigt, dürften allerdings noch mehrere Monate vergehen. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass sich der jüngste Preisrückgang auch mittel- und langfristig in sinkenden Inflationsraten wiederfindet. 

Aktuell ist die Inflation aber noch viel zu hoch. Und dies ist derzeit das zentrale Thema der Zentralbanken.

Geldpolitik

Wie reagieren die Zentralbanken?

Wie bei der Konjunktur gibt es auch bei der Geldpolitik zwischen der Eurozone und den USA unterschiedliche Gangarten. Was EZB-Präsidentin Christine Lagarde schon Wochen im Voraus  angekündigt hatte, hat die EZB im Juni schließlich umgesetzt: Sie hat die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,25 % angehoben. Die EZB hat dies mit dem Inflationsdruck begründet, auch hat sie ihre eigenen Inflationsprognosen für dieses und die kommenden Jahre nach oben genommen. Die EZB hält eine nochmalige Zinserhöhung für möglich. Die Marktteilnehmer erwarten, dass die EZB die Zinsen heuer noch einmal erhöht. Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen dagegen heuer bislang unverändert beibehalten. Dies wurde so auch erwartet und ist auf die hohe Inflation in den USA zurückzuführen. Im Fokus der letzten Fed-Sitzung stand ohnehin der neue Fed-Chef Kevin Warsh. Er wurde von US-Präsident Trump berufen mit der Erwartung, die Zinsen schnell zu senken. Denn hohe Zinsen führen zu steigenden Zins-Ausgaben der USA, was die Sorgen vor ausufernden Staatsschulden erhöht. Eingriffe der Politik könnten aber die Unabhängigkeit der Fed in Gefahr bringen. In seiner ersten Pressekonferenz hat sich Warsh überraschend restriktiv gegeben. Von Zinssenkungen war keine Rede. Vielmehr deuten die Projektionen der Fed sogar auf eine Zinserhöhung hin.

Wie reagieren die Zentralbanken? — Bei der Prognose handelt es sich um keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die angeführten Prognosen beruhen auf angemessenen, durch objektive Daten gestützten Annahmen bezogen auf den oben angeführten Zeitraum. Stand per 1.7.2026 | Quelle: EZB, Fed, FactSet

Daneben will Warsh die Fed in verschiedenen Bereichen neu ausrichten. So soll zum Beispiel die Kommunikation mit dem Markt deutlich reduziert werden. Die Marktteilnehmer erwarten von der Fed heuer ebenfalls eine Zinserhöhung.

Kapitalmärkte

Hohe Anleiherenditen

Die Inflations- und Zinserwartungen der Marktteilnehmer hatten Auswirkungen auf die Finanzmärkte. So waren die Anleiherenditen Spielball der Zinserwartungen und schwankten entsprechend. Mit Beginn des Iran-Krieges waren sie spürbar gestiegen, da die höhere Inflation auch dazu führte, dass der Markt steigende Zinsen erwartete. In Deutschland, stellvertretend für die Eurozone, war die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen zeitweise auf 3,2 % gestiegen. Dies war der höchste Wert seit 15 Jahren. In den USA lag sie zwischenzeitlich sogar bei 4,7 %, was kurz zu Unruhe unter den Marktteilnehmern führte. Denn je höher die Renditen der US-Staatsanleihen, umso teurer werden auch die Schulden für den US-Haushalt. In Japan war der Renditeanstieg ebenfalls ausgeprägt. Mit knapp 2,8 % wurde dort das höchste Renditeniveau seit fast 30 Jahren erreicht. Dazu hat auch die inflationäre Geldpolitik der Bank of Japan beigetragen.

Hohe Anleiherenditen — Rendite zehnjähriger Staatsanleihen | Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet

Mit der Ankündigung des Friedensabkommens im Nahen Osten, die zu einem sinkenden Ölpreis und in der Folge zu abgeschwächten Inflationssorgen führte, sind die Anleiherenditen in den letzten Wochen wieder etwas gefallen. Für Neuanlagen ist das aktuelle Renditeniveau aber durchaus noch interessant.

Viele Aktienmärkte sind heuer im Plus

Die Aktienmärkte haben sich in den letzten Monaten krisenresistent gezeigt und ihre kriegsbedingten Verluste aufgeholt. Und damit nicht genug: Vielerorts erreichten die Indizes neue Rekordhochs. Hierzu trugen im Wesentlichen zwei Faktoren bei: Zum einen die KI-Euphorie, wodurch vor allem Technologiewerte kräftig gestiegen sind. Und zum anderen die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen im Nahen Osten

Viele Aktienmärkte sind heuer im Plus — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet | Alle Angaben in Euro.

Europäische Aktien legten im ersten Halbjahr um 8,4 % zu. Sie wurden von US-Aktien übertroffen, für die in Euro gerechnet ein Plus von 12,6 % zu Buche steht. Noch deutlich besser entwickelten sich Emerging Markets-Aktien: Sie sind sogar um 26 % gestiegen. Dies ist ebenfalls auf die KI-Euphorie zurückzuführen, da insbesondere in Asien viele Technologieunternehmen beheimatet sind. Der koreanische Aktienindex KOSPI hat sich heuer schon verdoppelt. Er wurde im Wesentlichen von zwei großen Technologiewerten getragen. Auch in Taiwan hat KI für viel Kursfantasie gesorgt. Aber nicht überall sind Aktien gestiegen. Hongkong, stellvertretend für China, ist hier zu nennen, der Aktienmarkt ist heuer sogar deutlich im Minus. Dies ist den wirtschaftlichen Problemen und dem weiterhin angeschlagenen Immobiliensektor geschuldet.

Schauen wir uns die Technologieunternehmen noch etwas genauer an.

Technologieaktien hängen den breiten Markt ab

Die KI-Euphorie spiegelt sich klar in den Aktienmärkten wider. In den USA wurden die Märkte im ersten Halbjahr vor allem von den Technologieunternehmen nach oben gezogen. Sehr deutlich wird dies am Beispiel des Philadelphia Semiconductor Index. Der Index umfasst die 30 größten in den USA gehandelten Unternehmen, die Halbleiter entwickeln, herstellen oder vertreiben. In diesem Jahr hat sich dieser Index verdoppelt.

Technologieaktien hängen den breiten Markt ab — Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet

Er hat damit auch den breiten US-Markt, den S&P 500, in den Schatten gestellt, der im 1. Halbjahr um knapp 10 % gestiegen ist. Offenbar wollen noch viele Anleger auf den fahrenden Zug aufspringen und an der erhofften positiven Performance der Technologieunternehmen partizipieren. Der Börsengang von SpaceX hat diesem Trend nochmals neue Nahrung gegeben. Allerdings sei an dieser Stelle auch zu Vorsicht gemahnt: Die Marktbreite ist eher gering, das heißt, der Markt wird nur von wenigen großen Aktien nach oben gezogen. Zahlreiche US-Aktien sind mittlerweile auch wieder relativ teuer, da viele positive Aussichten bereits in den Kursen eingepreist sind. Sollte der derzeitige Optimismus der Marktteilnehmer kippen, könnte es durchaus zu einer kräftigeren Korrektur kommen.

Bitcoin ist deutlich weniger gefragt

Künstliche Intelligenz ist das Trendthema der Stunde. Mit Erstarken dieses neuen Trends hat ein anderes Trendthema hingegen gleichzeitig stark an Interesse und Aufmerksamkeit verloren - nämlich Kryptowährungen. Bitcoin war einst von vielen Marktteilnehmern gefeiert, spielt aktuell aber kaum noch eine Rolle. Von seinem Rekordhoch bei über 125.000 USD im letzten Oktober hat sich Bitcoin mehr als halbiert. 

Bitcoin ist deutlich weniger gefragt — Bitcoin in USD | Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet

Der Bitcoin-Preis unterliegt starken Schwankungen und ist als alternatives Zahlungsmittel im Alltag daher nicht geeignet. Im Gegensatz zu einer Aktie, die Dividenden ausschüttet, hat Bitcoin keinen inneren Wert. Und im Vergleich zu Staatsanleihen zahlt Bitcoin auch keine Zinsen. Auch als Reservewährung eignet sich Bitcoin laut der Meinung vieler Analysten nicht. Bitcoin ist im Wesentlichen ein spekulatives Anlageobjekt. Er wurde in der Vergangenheit von einigen Anlegern als Alternative zu Gold genutzt. Durch seine historische Performance bietet er zwar Chancen auf hohe Renditen, gleichzeitig sind aber auch die Risiken, die mit einer Investition in Bitcoin einhergehen, deutlich höher.

Gold verhält sich nicht wie ein sicherer Hafen

Kommen wir vom Bitcoin – der früher auch öfter als digitales Gold bezeichnet wurde – zum echten Gold. Gold wird ja häufig als sicherer Hafen in Krisenzeiten bezeichnet. In den letzten Monaten war dies allerdings nicht zu beobachten. Vielmehr hat sich der Goldpreis seit Beginn des Iran-Krieges gegensätzlich zum Ölpreis entwickelt: Ist Öl gestiegen, ist Gold gefallen, und umgekehrt. Dies ist auf den ersten Blick erstaunlich. Schaut man genauer hin, kann man dieses Verhalten aber erklären. Denn mit einem höheren Ölpreis sind die Inflationssorgen gestiegen und die Zinserhöhungserwartungen haben zugenommen. Höhere Zinsen sind jedoch schädlich für Gold und schmälern die relative Attraktivität von Gold. Denn Gold selbst wirft keine Zinsen ab. Hinzu kam, dass viele ETF-Investoren nach dem starken Preisanstieg zuvor Gewinne mitgenommen und Bestände verkauft haben. Auch die Zentralbanken, die in den letzten Jahren viel Gold zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven gekauft hatten, haben sich mit weiteren Käufen zurückgehalten.

Gold verhält sich nicht wie ein sicherer Hafen — Gold in USD je Feinunze | Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Stand per 30.6.2026 | Quelle: FactSet

Daher hat Gold von seinem Rekordhoch im Jänner bei über 5.500 USD je Feinunze deutlich nachgegeben. Mit dem Friedensabkommen im Nahen Osten könnten nun die Themen wieder in den Vordergrund rücken, die Gold zuvor Auftrieb gegeben hatten. Dazu zählen zum Beispiel die unberechenbare US-Zoll- und Außenpolitik sowie die Sorgen über ausufernde Staatsschulden. Einer Umfrage zufolge wollen auch die Zentralbanken ihre Währungsreserven weiter weg vom Dollar diversifizieren. Und sollte Gold wieder in einen Aufwärtstrend einschwenken, dürften auch die privaten Investoren wieder zurückkommen.

Fazit

Welche Themen werden uns nun in den kommenden Monaten begleiten?

Unser Basisszenario ist weiter gekennzeichnet durch moderates Wirtschaftswachstum, dass die Inflation in Europa nur kurzzeitig erhöht ist, es keine weiteren Zinssenkungen in den USA gibt und die Unternehmensgewinne weiter moderat steigen. Risiken sehen wir in der (Geo-)Politik, einer länger erhöhten Inflation, hohen und weiter steigenden Staatsschulden, der Gefahr, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verliert und den aktuell hohen Bewertungen. Dagegen stellen ein stärkeres Wirtschaftswachstum, ein echtes Ende des Iran-Krieges und eine Entspannung im Ukraine-Krieg, sinkende Energiekosten und eine Produktivitätssteigerung durch KI Chancen dar.

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